Tierschutz
Defin-news 
Umweltschützer veröffentlichen
Geheimbericht der US-Regierung über Delfin-Massaker
München, 08.12.2002 - Das amerikanische Earth Island
Institute (EII), Partner-Organisation der Gesellschaft zur
Rettung der Delphine (GRD), hat einen geheim gehaltenen Bericht
der US-Regierung veröffentlicht, wonach immer noch tausende
von Delfinen, darunter zahllose Delfinbabys, beim Tunfisch-Fang
im tropischen Ostpazifik ums Leben kommen. "Die Zahlen
sind absolut erschütternd", meint GRD-Projektleiterin
Ulrike Kirsch, "6,8 Millionen Delfine werden jedes Jahr
gnadenlos gejagt, 2 Millionen gefangen und wieder freigelassen,
über 5000 Mal im Jahr werden die Delfine mit Netzen eingekreist."
"Wir glauben, die Bush-Regierung hält den Bericht
zurück, weil er gegen die geplante Lockerung der Anforderungen
für delfinsicheren Tunfisch spricht", vermutet David
Phillips vom EII, dem der Bericht von einem Mitarbeiter des
Handelsministeriums zugespielt wurde. Insbesondere Mexiko
drängt auf eine Öffnung des amerikanischen Marktes
für seine Tunfischprodukte. Bislang ist deren Einfuhr
verboten, weil beim Fang die strengen US-Kriterien für
delfinsicheren Tunfisch nicht eingehalten und dabei auch Netze
um Delfinschulen gesetzt werden.
Im tropischen Ostpazifik werden Delfine mit Ringwadennetzen
eingekreist, um die etwa 150 Meter unter ihnen schwimmenden
Gelbflossentunfische zu fangen. In der Zeit von 1950 bis 1990
kamen dabei über 6 Millionen Delfine ums Leben. Die betroffenen
Bestände haben sich davon noch immer nicht erholt. So
beträgt die Population der Östlichen Spinnerdelfine
35 Prozent ihrer ursprünglichen Größe und
die der Nordöstlichen Fleckendelfine etwa 20 Prozent.
Heimlich gedrehte Filmaufnahmen des EII über dieses Delfinmassaker
führten Ende der 80er Jahre zu einem öffentlichen
Aufschrei. Die US-Regierung führte darauf hin sehr strenge
Anforderungen für "delfinsicher gefangenen"
Tunfisch ein und das EII das sogenannte Internationale Tunfischkontrollprogramm.
Die GRD setzt dieses Programm in Deutschland um. Sie kontrolliert
die angeschlossenen Importeure und gibt eine entsprechende
Liste der anerkannten Tunfischmarken heraus.
Fangflotten aus Mexiko, Venezuela oder Kolumbien jagen allerdings
nach wie vor Delfinschulen. Zwar werden die Meeressäuger
seit Anfang der 90er Jahre durch Herablassen der Netze befreit,
doch kommen dabei, laut Aussagen der Betreiber, immer noch
etwa 3000 Delfine jährlich ums Leben. Doch die geheime
US-Studie kommt zu dem Schluss, dass die Dunkelziffer weitaus
höher ist. Zusätzlich schädigt das ständige
Einfangen Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit der
Delfine. Zahllose Babys, die noch von der Muttermilch abhängig
sind, werden dabei von ihren Müttern getrennt und sterben.
Auch in Europa haben mexikanische Vertreter in diesem Jahr
heftig für ihren delfintödlichen Tunfisch geworben.
„Verbraucher sollten sich daher unbedingt an die GRD-Liste
der anerkannten Tunfischmarken halten, wenn sie sichergehen
wollen, dass an ihrem Tunfisch kein Blut von Delfinen klebt,
denn die in Deutschland verwendeten Logos der Art 'delfinsicher'
besagen nichts", erklärt Ulrike Kirsch.
Kostete moderne Sonartechnik 17 Walen
das Leben?
Nach der Massenstrandung von Schnabelwalen auf den Kanarischen
Inseln mehren sich die Zeichen dafür, dass eine NATO-Übung
für das Walsterben
verantwortlich ist.
30. September 2002 - Kanarische Inseln/Berlin. Nach dem Massensterben
von Schnabelwalen auf den Kanarischen Inseln Fuerteventura
und Lanzarote üben Umweltschützer, darunter M.E.E.R.
e.V. und die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD),
massive Kritik am Einsatz von Sonartechnik in Gebieten mit
hohem Walaufkommen und machen die NATO-Manöver für
die Katastrophe verantwortlich.
Am 24. September strandeten in den frühen Morgenstunden
15 Schnabelwale an den Stränden der Ferieninseln Fuerteventura
und Lanzarote. Im selben Gebiet fand zeitgleich ein groß
angelegtes Manöver der NATO statt, bei dem auch Sonartechnik
von enormer Schallstärke eingesetzt wurde. 58 Schiffe,
6 U-Boote, 30 Flugzeuge und 9000 Soldaten waren an dem Manöver
beteiligt.
Inzwischen strandete ein weiteres Tier, und eines wurde tot
im Meer treibend gefunden. Experten der Universität La
Palmas de Gran Canaria äußerten als erste den Verdacht,
dass ein direkter Zusammenhang besteht. "Die Tiere sind
durch die Frequenzen orientierungslos geworden, möglicherweise
liegen auch direkte Schädigungen des Orientierungssinnes
vor", hieß es von Seiten der Fachleute. Die Kanarische
Regierung hatte die NATO kurz nach dem Bekanntwerden der Massenstrandung
aufgefordert, das Manöver umgehend zu stoppen. Die veterinärmedizinische
Untersuchung der toten Tiere ergab inzwischen, dass mehrere
Wale Blutungen im Gehirn und im empfindlichen Innenohr aufwiesen,
die möglicherweise durch die starke Schalleinwirkung
entstanden sind. Das Militär streitet jedoch bisher jeglichen
Zusammenhang ab.
Die jetzige Massenstrandung ist indes nicht das einzige Vorkommnis
dieser Art. Bereits sechs mal seit 1985 kam es zu Massenstrandungen
auf den Kanarischen Inseln, und in vier Fällen war zeitgleich
eine erhöhte militärische Aktivität verzeichnet
und ein Zusammenhang mit dem Tod der Wale vermutet worden.
Ähnliche Fälle ereigneten sich außerdem 1998
auf den Bahamas und im Jahr 2000 auf Madeira. Der Fall auf
den Bahamas erregte große Aufmerksamkeit, da es wie
im aktuellen Fall auf den Kanaren eine enge zeitliche Verbindung
zwischen militärischen Aktionen und den Strandungen gab.
Nach intensiven Studien von unabhängigen Wissenschaftlern
strengte auch die Navy eigene Untersuchungen an. Inzwischen
hat sie, nach ursprünglichen Abstreiten jeglicher Zusammenhänge,
eine Schuld am Tod der Wale eingestanden. Die Beweise waren
so erdrückend, dass selbst die einflussreichen Kreise
des Militärs nicht um die Anerkennung des Zusammenhangs
umhin kamen.
"Auch beim aktuellen Fall auf den Kanaren wird es für
die NATO sehr schwierig werden, sich aus der Affäre zu
ziehen. Die Aufmerksamkeit ist enorm groß und der Verdacht
liegt nahe, dass die Wale tatsächlich durch die enorme
Lärmbelastung geschädigt wurden" meint Fabian
Ritter, Diplombiologe des M.E.E.R. e.V., der seit Jahren die
Wale und Delfine der Kanaren erforscht. "Wahrscheinlich
geraten die Schnabelwale, die sehr sensibel auf Schall reagieren,
dermaßen in Panik, das sie sich nicht anders zu helfen
wissen, als ihr angestammtes Element zu verlassen. Dass einige
Wale noch lebten, als man sie fand, spricht für diese
Vermutung" so der Biologe.
Die Befürchtung der Kanarischen Regierung ist groß,
dass dieser Vorfall das Image der Inseln als Urlaubsparadies
schädigt. Die Kanarischen Inseln sind eines der Top-Touristenziele
weltweit. Hier gilt die Natur als noch intakt und die atemberaubende
Schönheit der Inseln zieht alljährlich zig Millionen
Menschen an. Die Kanaren sind auch bekannt für ihr reiches
Vorkommen an Walen und Delfinen. Ganze 26 Arten wurden hier
schon gesichtet, unter ihnen mehrere Schnabelwalarten, aber
auch Delfine und Großwale. "Und dennoch steht es
um den Schutz der Wale und Delfine hier nicht gerade gut"
betont Fabian Ritter vom M.E.E.R e.V.. Neben den tragischen
Fällen von Massenstrandungen besteht eine ganze Reihe
weitere Gefahren: unkontrollierter Walbeobachtungstourismus
führt z.B. vor Teneriffa zu einer enormen Dauerbelastung
der hier ansässigen Populationen. Hinzu kommen die Schnellfähren,
die immer öfter eingesetzt werden. Hier kam es in der
Vergangenheit wiederholt zu Kollisionen, die meist tödlich
für die Tiere enden und auch für die Fährpassagiere
eine Gefahr darstellen können.
"Die Artenvielfalt der Wale und Delphine auf den Kanaren
ist einmalig. Das gesamte Archipel sollte zum Walschutzgebiet
erklärt werden", so der Biologe weiter. "Dann
werden solche Vorkommnisse wie die aktuelle Massenstrandung
der Vergangenheit angehören und dringend notwendigen
Maßnahmen endlich zum effektiven Schutz der Tiere beitragen".
Weitere Informationen: Fabian Ritter, M.E.E.R. e.V., Bundesallee
123, 12161 Berlin, Tel: 0034-686 362 008 (Mobil auf La Gomera/Kanarische
Inseln), meer@infocanarias.com
Japanische Fischer wollen 600 Delfine
schlachten
München, 23. September 2002 - Nach Informationen der
Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) machen sich japanische
Fischer in der Hafenstadt Futo bereit, um 600 Delfine zu fangen
und zu schlachten. Das Fischereiministerium erteilte eine
entsprechende Genehmigung für 75 Große Tümmler,
70 Streifendelfine und 455 Fleckendelfine für die im
September eröffnete und bis Ende März 2003 dauernde
Jagdsaison. Beim letzten derartigen Massaker im Jahr 1999,
das von einem Fernsehjournalisten heimlich gefilmt wurde und
zu einem internationalen Aufschrei führte, wurden 69
Delfine brutal getötet und sechs weitere für den
Verkauf an Delfinarien gefangen.
Die Fischer treiben dabei ganze Delfinschulen in kleine mit
einem Netz abgesperrte Buchten. Noch lebend und durch Schläge
mit Eisenstangen verletzt zieht man die Meeressäuger
mit einem Kran an ihren Fluken aus dem Wasser und karrt sie
mit Kleinlastwagen in eine Fisch-Fabrik. Dort schneiden die
Fischer ihnen die Halsschlagadern auf, die Tiere verbluten
langsam und qualvoll. "Das Gehirn von Delfinen funktioniert
vergleichsweise lange ohne Sauerstoff, unbetäubt erleben
die intelligenten Tiere ihr Sterben bei vollem Bewusstsein,
eine unvorstellbar grausame Barbarei", so ein GRD-Sprecher.
In Japan wird weltweit das meiste Wal- und Delfinfleisch
gegessen. Das Delfinfleisch wird roh oder als sukiyaki eine
Art kurz angebratenes Fleischgericht - verzehrt. Die von der
japanischen Regierung immer wieder zitierte Tradition des
Verzehrs von Wal- und Delfinfleisch kam tatsächlich erst
nach dem 2. Weltkrieg auf, als dieses Fleisch eine wichtige
Proteinquelle darstellte. Heute ist insbesondere Walfleisch
allerdings eine teure Delikatesse.
Dank der jahrelangen weltweiten auch von der GRD mitgetragenen
Proteste sind erste Anzeichen für ein Umdenken in Japan
sichtbar. Der Fischer Izumi Ishii, früher selbst ein
Delfinjäger, will nun Delfinbeobachtungstouren anbieten.
Unterstützt wird er dabei von der japanischen Naturschutzorganisation
Elsa Nature Conservancy, die sich bereits seit einigen Jahren
darum bemüht, dem Schutz von Delfinen und Walen in Japan
Gehör zu verschaffen. Ishii hofft, den restlichen Futo-Delfinjägern
mit seiner Initiative eine alternative und ökologisch
verträgliche Einkommensquelle aufzuzeigen, um so dem
grausamen Abschlachten ein Ende zu bereiten.
Die GRD protestierte bereits mehrfach bei der japanischen
Regierung gegen das Futo-Delfin-Massaker und führt eine
bundesweite Unterschriftenaktion durch.
Skandal in der Dominikanischen Republik:
Regierung gestattet illegalen Delfinfang im Nationalpark für
Horror-Delfinarium
München, 08. September 2002 - Wie erst jetzt bekannt
wurde, haben die Betreiber des weltweit als Horror-Delfinarium
berüchtigten "Manati-Parks" (Punta Cana, Dominikanische
Republik) bereits im Juli acht Delfine im Nationalpark "
Parque National del Este" gefangen. Der Fang von weiteren
zehn Delfinen soll nach Informationen der Gesellschaft zur
Rettung der Delfine (GRD) geplant sein. "Besonders skandalös
ist, dass eine alte und ungültige Genehmigung aus 1995
benutzt wurde und das Umweltministerium dem tatenlos zusah.
Dabei ist der Fang von Delfinen im Nationalpark gesetzlich
verboten", erklärt Ulrike Kirsch, Kampagnenleiterin
der GRD.
Das Delfinarium "Manati-Park" sieht sich seit Jahren
wegen seiner völlig katastrophalen Haltungsbedingenen
und seines hohen Tierverbrauchs heftigster internationaler
Proteste ausgesetzt. Auf Initiative der GRD hin haben bereits
alle großen deutschen Reiseveranstalter wie TUI, Thomas
Cook und die REWE-Gruppe (LTU/LTI) den Kartenverkauf für
den Park sowohl von Deutschland aus als auch in ihren Ressorts
in Punta Cana eingestellt. "Das hatte empfindliche Umsatzeinbußen
zur Folge", erläutert Ulrike Kirsch.
Die GRD appelliert angesichts des neuen Skandals erneut an
alle DomRep-Urlauber, dem Park fernzubleiben. "Es ist
jetzt aber auch an der Zeit, dass die Touristikunternehmen
mit der Regierung Klartext reden, sie sollten ihre wirtschaftliche
Macht noch stärker ausspielen, damit die schier endlose
Delfinquälerei in der nur scheinbar paradiesischen Feriendestination
Dominikanische Republik endlich beendet wird", fordert
Ulrike Kirsch.
Im „Manati-Park" werden zeitweise bis zu sieben
Delfine in winzigen Betonbecken gehalten, die noch nicht einmal
die Größe eines Schwimmbeckens haben. Täglich
gibt es zwei Shows und drei Schwimmprogramme für Besucher,
die immerhin 70 US-Dollar hinblättern, um etwa sechs
Minuten mit einem echten Delfin zu verbringen. An die 200
Besucher steigen in der Hauptsaison an jedem Tag der Woche
in das stark chlorierte Wasser und bescheren den Betreibern
allein damit 14.000 US-Dollar täglich.
Unklar ist noch, wo die gefangenen Delfine sich derzeit aufhalten.
Im " Manati-Park" selbst ist für sie kein Platz.
"Vielleicht wollen die Betreiber in den internationalen
Delfinhandel einsteigen, nachdem die Einnahmen aus dem Touristengeschäft
gesunken sind", vermutet Ulrike Kirsch.
"Auf dem Weltmarkt kostet ein Delfin bis zu 20.000 $".
Delfin-Quälerei im Wanderzirkus
Water Land
Der einzige Delfin-Wanderzirkus der Welt, Water Land,
betreibt weiter seine tödlichen Shows. Nachdem im Frühjahr
vergangenen Jahres zwei dem Tode nahe Zirkus-Delfine in Guatemala
konfisziert wurden, ist Water Land jetzt mit drei
neuen Großen Tümmlern auf der Karibik-Insel Trinidad
aufgetaucht. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD)
und andere internationale Organisationen haben die dortigen
Behörden aufgefordert, den Wanderzirkus zu schließen
und die Delfine umgehend zu beschlagnahmen. Auch der deutsche
Botschafter in Trinidad wurde um Hilfe gebeten.
Water Land ist berüchtigt für seinen
absolut rücksichtslosen Umgang mit den intelligenten
Meeressäugern. Nach der letzten Tour durch Peru und Guatemala
wurden zwei völlig dehydrierte Delfine in den guatemaltekischen
Bergen einfach zurückgelassen.
In kleinen Behältern transportiert Water Land
seine Delfine per LkW oder Flugzeug durch Lateinamerika und
die Karibik. Für die Vorführungen kommen die Tiere
in ein Behelfsbecken, das nichts weiter ist, als ein in den
Boden gegrabenes Loch mit einer Plastikplane, in das Wasser,
Salz und Chlor geschüttet werden. Für Wochen müssen
die Delfine in diesem Gefängnis ausharren, das sich mit
ihren Exkrementen füllt und bei den tropischen Temperaturen
aufheizt. Mehrmals am Tag müssen sie vor zahlendem Publikum
ihre Shows absolvieren. Verweigern die Delfine aufgrund der
absolut katastrophalen Haltungsbedingungen die Nahrungsaufnahme,
werden sie zwangsgefüttert.
Das gehört zu den grausamsten Haltungsbedingungen
für Delfine, von denen je berichtet wurde, so die
Biologin Denise Wenger von der GRD. Der gesunde Menschenverstand
genügt, um zu erkennen, dass die intelligenten Säugetiere,
angepasst an ein Leben im offenen Meer, extrem leiden, wenn
sie unter derartigen Bedingungen ausgestellt werden. Bei Water
Land handelt es sich um Tierquäler und skrupellose,
eiskalte Geschäftemacher.
Delfin-tödlicher Tunfisch:
Fischer töten über 50 Delfine im Nationalpark Galapagos
München, 03.07.2002 - Vier Cent und zwei Wochen Haft
- auf dem eigenen Schiff und mit Landgang wohlgemerkt - so
sieht die Strafe für den Kapitän eines ecuadorianischen
Fangschiffes aus, das illegal im Galapagos National Park auf
der Jagd nach Gelbflossentun fischte. Es wurde auf frischer
Tat ertappt. Als Beifang fanden die Park-Ranger über
50 tote und sterbende Delfine im Ringwadennetz, wie auch die
Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die den Naturschutz
auf Galapagos finanziell unterstützt, mitteilte.
Kommerzielle Fischerei ist in dem von der UN als Weltnaturerbe
erklärten Meeresschutzgebiet gänzlich verboten.
Der Kapitän übertrat somit verschiedene internationale
als auch nationale Bestimmungen, was den zuständigen
Hafenkapitän bei seinem Strafmaß nicht weiter beeindruckte.
Das Schiff gehört der ecuadorianischen Firma Inepaca,
eine der größten Fischverarbeitungsfirmen in Lateinamerika
mit eigener Flotte, Verarbeitungsanlagen und Kühlräumen.
Der Vorfall unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des
vom Earth Island Institut Anfang der 90er Jahre initiierten
und von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in
Deutschland durchgeführten internationalen Tunfisch-Kontrollprogramms.
Unter dem sogenannten International Monitoring Program
(IMP) verpflichten sich Fischer und Händler, keinen
mit Treibnetzen oder durch Umkreisen von Delfinen, mit sogenannten
Ringwaden gefangenen Tunfisch anzubieten. Mitarbeiter des
EII kontrollieren die Fischer auf den Fangbooten sowie die
Verarbeitung und den Weiterverkauf der Ware. Weltweit gehören
dem IMP inzwischen 262 Firmen in 36 Ländern an.
Die GRD überprüft die dem Programm angeschlossenen
deutschen Händler und gibt eine entsprechende Liste der
anerkannten delfinsicheren Tunfischmarken heraus.
Der Weg des Tunfisches lässt sich so vom Fang bis ins
Supermarktregal verfolgen.
Etwa 95% der deutschen Importeure und Händler haben
sich dem Kontroll-Programm angeschlossen. Doch leider
finden sich auf dem deutschen Markt noch immer schwarze
Schafe, die sich ihrer Verantwortung zum Erhalt der
Meeressäuger und ihrer Lebensräume entziehen,
warnt Ulrike Kirsch, Leiterin des Tunfisch-Kontrollprogramms.
Delfintödlicher Tunfisch, wie der von oben genannter
Firma, kann also auch auf den deutschen Markt gelangen. Nur
bei Marken, die auf unserer Liste stehen, kann der Verbraucher
sicher sein, dass an diesem Tunfisch kein Blut von Delfinen
klebt, so Ulrike Kirsch. Denn die Dosen-Aufschrift delfinfreundlich
gefangen ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt
und stellt so mehr eine Werbebotschaft denn eine inhaltlich
überprüfte Aussage dar.
Die GRD wird die Regierung Ecuadors auffordern, zu intervenieren.
Wenn die Justiz in Ecuador hier nicht hart durchgreift,
sieht die Zukunft für dieses einzigartige Schutzgebiet
düster aus, erklärt Dagmar Andres-Brümmer
von der ZGF.
Pottwal aus Treibnetz gerettet
In einer dreistündigen Rettungsaktion konnten türkische
Marinetaucher mit Unterstützung von Wissenschaftlern
der Turkish Marine Research Foundation (TUDAV) einen 12 m
langen weiblichen Pottwal aus einem Treibnetz befreien, in
dem sich das Tier verfangen hatte.
Die Aktion fand nahe der Hafenstadt Fethiye im Ägäischen
Meer statt. Der Wal hatte sich mit seinem Unterkiefer und
seiner Schwanzfluke völlig in dem Netz verheddert. Den
Tauchern gelang es, alle Netzteile mit Hilfe von Messern wegzuschneiden.
Anschließend schwamm der Pottwal wieder ins offene Meer
hinaus.
Recycling von Tonerkartuschen und Tintenpatronen
soll Delfine retten
Immer noch landen in Deutschland rund 82 Prozent der in
Laser- und Tintenstrahldruckern eingesetzten Toner- und Tintenpatronen
im Müll. Um diese Verschwendung wertvoller Ressourcen
und die damit einhergehenden Umweltbelastungen einzudämmen,
starten Rockefeller Economies e.K. aus Nürnberg und die
Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) jetzt ein Gemeinschaftsprojekt,
dessen Erlös zur Finanzierung von Delfinschutzprojekten
der GRD eingesetzt wird.
Bei der Toner hilft, sein Leben zu retten genannten
Aktion werden Tonerkartuschen und Druckerpatronen in speziellen
Recycling-Boxen eingesammelt, wiederaufgearbeitet oder umweltgerecht
entsorgt. Hierbei sind insbesondere Firmen, Behörden,
Schulen oder sonstige Institutionen angesprochen, bei denen
größere Mengen dieser Verbrauchsmaterialien anfallen.
Die Aktion hilft der Umwelt und gleichzeitig den Delfinen,
begrüßt der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD
die Initiative der Rockefeller Economies e.K.
Unter der FreeCall Nummer 0800 90 99 999 können Interessierte
die Recycling-Sammelbox (Höhe 80cm, Breite 59cm, Tiefe
40cm) bestellen. Lieferung und Abholung der vollen Box sind
völlig kostenfrei.
Weitere Informationen bei:
ROCKEFELLER Economies e.K.
Am Keuper 5
904785 Nürnberg
www.rockefeller.de
Hilfe für Schweinswale in der Nordsee
Gemeinsame Presseerklärung
Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM)
Gesellschaft zu Rettung der Delphine (GRD)
Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW)
Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)
Ein Plan zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Schweinswale
in der Ostsee wurde jetzt im schwedischen Hindas beschlossen.
Der Anlass: Der 9. Beratende Ausschuss des Abkommens zur Erhaltung
der Kleinwale in Nord- und Ostsee (ASCOBANS) vom 10.-12.Juni
2002, an dem etwa 50 Delegierte von Mitgliedsstaaten, Wissenschaftler,
Fischereivertreter und Naturschützer teilnahmen.
"Der Schweinswal in der Ostsee braucht dringend Schutz,"
so die Hamburger Meeresbiologin Petra Deimer von der GSM,
die an der Tagung teilgenommen hat. "Ohne einschneidende
und schnelle Maßnahmen zur Rettung des Kleinen Tümmlers,
wie der nur rund 1,60m lange Meeressäuger auch heißt,
könnte er in der Ostsee schon in 20 Jahren ausgestorben
sein. Es gibt nur noch knapp 600 dieser kleinen Wale mit der
stumpfen Schnauze, so eine Schätzung. Tendenz dramatisch
abnehmend."
"Neben Umweltproblemen, wie Meeresverschmutzung, und
Störungen durch die moderne Schifffahrt, macht den Walen
besonders die Fischerei zu schaffen", sagt der kanadische
Experte Randall Reeves, der den Rettungsplan für die
Ostsee-Schweinswale erarbeitet hat. "Außer der
Nahrungsverknappung durch Überfischung ist Beifang das
Hauptproblem". Eine Möglichkeit die Beifänge
zu reduzieren, bzw. einzustellen, wäre die Umrüstung
der Fischerei auf harmlosere Techniken, wie auf Fischreusen
statt Stellnetzen und Langleinen statt Treibnetzen. Einige
Fischer sträuben sich allerdings gegen so drastische
Maßnahmen, obwohl auch die Fischbestände längst
eine Schonzeit brauchen. "Dabei ist es absurd,"
so der Weltumsegler Rollo Gebhard (GRD), "dass das EU-Verbot
für Treibnetze ausgerechnet in der Ostsee nicht gilt."
Die Wissenschaft weiß auch heute noch sehr wenig über
die schwarz-weissen, nur selten sichtbaren Wale. Wie historische
Dokumente belegen, lebten sie einst in weiten Bereichen der
Ostsee, während sie heute nur noch im süd-westlichen
Teil, vor den Küsten Dänemarks und Deutschlands
vorkommen. Eine etwaige Grenze für die meisten Tiere
liegt in Höhe der dänischen Insel Bornholm. Dies
bestätigen auch Untersuchungen des Internationalen Tierschutz-Fonds
(IFAW), der im vorigen Jahr eine Forschungsfahrt mit seinem
Segler "Song of the Whale" (Lied des Wals) durchgeführt
hat. Eine zweite Fahrt zwischen Kiel und polnischen Gewässern
hat gerade begonnen. Vor Schweden, Finnland und Polen kommen
Schweinswale offenbar nur noch vereinzelt vor.
Nicht ganz so dramatisch ist die Situation in der Nordsee,
obwohl man davon ausgehen muss, dass die Sterberate durch
die Fischerei auch hier mit über 5000 Schweinswalen pro
Jahr weitaus höher ist, als der Bestand verkraften kann.
Wie schon anlässlich der Nordseeschutzkonferenz vom
März im norwegischen Bergen angekündigt, hat sich
Deutschland dafür stark gemacht, dass künftig auch
ein Rettungsplan für die Schweinswale in der Nordsee
erarbeitet wird, wie das zuständige Bundesumweltministerium
vermeldete.
Um mehr über die Kleinen Tümmler in Erfahrung
zu bringen, ist auch die Öffentlichkeit gefragt. So hoffen
die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere und
die Deutsche Umwelthilfe, dass sich Menschen melden, wenn
sie lebende oder tote Schweinswale im Meer oder am Strand
sichten. Gefragt sind Fischer, Segler, Behördenvertreter
aber auch die Öffentlichkeit. Jede Beobachtung, kann
helfen, mehr über die kleinen Wale zu erfahren - bevor
jede Hilfe zu spät kommt. Mehr dazu unter: www.gsm-ev.de
Norwegen zeigt sein hässliches
Gesicht:
Erneut Delfin-Massaker im Nordatlantik geplant (5.02)
Mindestens 60 Delfine sollen nach dem Willen des norwegischen
Instituts für Meeresforschung von mit Schnellfeuergewehren
ausgerüsteten Fischern im Nordatlantik abgeschlachtet
werden. Ziel der wissenschaftlichen Studie ist angeblich die
Erforschung der Rolle, die diese Meeressäuger im marinen
Ökosystem spielen. Ein ähnlicher Antrag wurde im
vergangenen Jahr nach starken internationalen Protesten von
der Regierung abgelehnt.
Das Vorhaben ist wissenschaftlich unsinnig, die angestrebten
Forschungsziele sind entweder längst bekannt oder lassen
sich leicht durch nicht-tödliche Forschungen erzielen.
Zudem widerspricht es Europäischem Recht, sagt
Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung
der Delphine (GRD). Die beiden betroffenen Arten, Weißschnauzendelfine
und Weißseitendelfine, stehen auf Anhang II der Bonner
Konvention zum Schutz wandernder Arten (CMS), die von Norwegen
unterzeichnet wurde. Damit verbunden ist die Verpflichtung,
verbesserte Schutzmaßnahmen für diese Tierarten
umzusetzen. So ist auch das Jagen und Anlanden von Delfinen
und der Verkauf von Delfinfleisch durch die CMS in Europa
verboten.
Die GRD hat die norwegische Regierung erneut aufgefordert,
die Tötungsaktion nicht zu genehmigen und zu Protesten
aufgerufen.
Im Umgang mit Meeressäugetieren zeigt Norwegen
wieder einmal ungeschminkt seine hässliche, naturverachtende
Fratze: Entgegen internationalen Bestimmungen jagen norwegische
Fischer jedes Jahr bis zu 600 Zwergwale und töten sie
auf grausame Weise. Erstmals soll dieses Walfleisch jetzt
nach Japan verkauft werden, ein Verstoss gegen das Washingtoner
Artenschutzübereinkommen. Wahrscheinlich ist auch das
Fleisch der Delfine für den japanischen Markt gedacht,
erklärt Karlowski.
Weltweiter Walfang im Visier
54. Tagung der Internationalen Walfangkommission in Japan
(5.02)
Vom 20. bis 24. Mai wird die diesjährige Tagung der
Internationalen Walfangkommission (IWC) stattfinden ausgerechnet
im japanischen Walfanghafen Shimonoseki. Die Waljagd des Landes
der aufgehenden Sonne ist auch diesmal ein wichtiger
Punkt der Tagesordnung, zumal Japan erklärte, nun auch
50 Seiwale im Nordpazifik zu töten. Diese Walart ist
auf der Roten Liste der IUCN (International Union for the
Conservation of Nature) als bedrohte Art aufgeführt.
Japans grenzenloser Walfang - Unter dem Deckmantel der Wissenschaft
fängt die japanische Flotte 50 Seiwale, 100 Zwergwale,
50 Brydewale (ebenfalls bedroht) und 10 Pottwale im Nordpazifik
sowie 440 Zwergwale im antarktischen Walschutzgebiet. Damit
ignoriert Japan in vielfacher Hinsicht Resolutionen der IWC.
Mit der zweiten Hauptwalfangnation Norwegen soll in diesem
Jahr auch erstmals nach einer fast fünfzehnjährigen
Pause der Walfleischhandel wieder aufgenommen werden, entgegen
den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens
(WA/CITES).
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH, Radolfzell) und die Gesellschaft
zur Rettung der Delphine (GRD, München) protestieren
auf Schärfste gegen die Waljagd und den Walfleischhandel.Da
Japan für sein unverfrorenes Vorgehen bis jetzt keinerlei
Strafen zu erwarten hatte, hält die Regierung ihren aggressiven
Kurs unverhohlen bei und beeinflusst zudem andere Staaten,
(u.a. mit Entwicklungshilfegeldern) in der IWC einen Pro-Walfang-Kurs
einzuschlagen. Da der IWC keinerlei Strafmaßnahmen zur
Verfügung stehen, müssten Handelsbeschränkungen
eingesetzt werden. Die USA denken endlich ernsthaft über
Sanktionen gegen Japan nach.
Pro-Walfang-Kampagne für den Profit. Im Vorfeld der
IWC läuft im fernöstlichen Land eine großangelegte
Kampagne. Für den Rückgang der weltweiten Fischbestände
werden die Wale verantwortlich gemacht. Es wird zu mehr Walfleisch-Konsum
aufgerufen. Dabei ist das bis zu 400 Euro pro Kilo gehandelte
Walfleisch eine fragwürdige Delikatesse. Mit ihrer Politik
empfiehlt die japanische Regierung ihren Landsleuten, kontaminiertes
Fleisch zu konsumieren. Wie in einer Studie des Walforschers
Dr. Roger Payne bekannt wurde, enthält das, was die japanischen
Gourmets verzehren, einen Cocktail aus Schadstoffen, die vor
allem während der letzten 50 Jahre eingesetzt wurden
und jetzt am Ende der Nahrungskette angelangt sind. Die sogenannten
EDCs (Endocrine Disrupting Compounds) sind Umweltgifte wie
z.B. die Polychlorierten Biphenyle (PCBs). EDCs können
die Embryonalentwicklung hemmen, Organe schädigen, das
Immunsystem negativ beeinflussen und Nervenschäden hervorrufen.
Die im Walfleisch und Speck extrem angereicherten Gifte sind
eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit.
So enthielt als Walfleisch deklariertes Delfinfleisch z.B.
2000 Mikrogramm Quecksilber pro Gramm, dies liegt 5000 Mal
über dem zugelassenen Grenzwert von 0,4 Mikrogramm.
Situation der Meeressäuger: Die Wale haben sich von
dem Vernichtungsfeldzug des früheren Walfangs bis heute
nicht erholt und sind nun zudem durch vielfältige Beeinflussung
ihres Lebensraumes bedroht. - Klimaänderung und Überfischung
verursachen einen Schwund der Nahrungsressourcen. - Umweltgifte
reichern sich lebensbedrohlich in den Meeressäugern an
und mindern deren Fortpflanzungsfähigkeit. - Viele Wale
sterben als Beifang in der industriellen Fischerei. - Unterwasserlärm
wie Low Frequency Active Sonar führt zu Verletzungen
und Strandungen. - Zunehmender Schiffsverkehr sowie Ölförderung
beeinträchtigen den Lebensraumund fordern zudem direkte
Opfer. - Trotz Moratoriums wurden seit 1986 über 20.000
Großwale getötet.
Wie sehr sich diese Faktoren, vor allem in Kombination,
auf das Überleben der verschiedenen Walarten auswirken,
kann nicht hinreichend eingeschätzt werden. Es besteht
die Gefahr, dass ab einem bestimmten point of no return
Bestände zusammenbrechen und Arten aussterben. Zusätzliche
Bejagung ist ein unkalkulierbares Risiko für das Bestehen
der Artenvielfalt. Der Walfang ist zudem aus ethischen Gründen
abzulehnen. Die lange Hetzjagd und die oft langwierige und
schmerzvolle Tötung der Wale sind inhuman und widersprechen
jeglichem Tierschutzgedanken.
Beginn der europaweiten fischfreien
Woche
zum Schutz von Walen und Delfinen (4.02)
München, 22.04.2002 - Die Gesellschaft zur Rettung
der Delphine (GRD) ruft gemeinsam mit anderen europäischen
Organisationen dazu auf, vom 22. bis 28. April auf Fischprodukte
zu verzichten. Mit dieser Aktion wollen die Naturschutzorganisationen
ihre Forderungen an die EU zur Reduzierung des Beifangs von
Meeressäugern in der Fischerei untermauern.
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fischerzeugnissen stieg
in Deutschland von 13,7 kg im Jahr 2000 auf 14 kg im vergangenen
Jahr. Dies ist eindeutig zu viel, sowohl für die hoffnungslos
überfischten Fischbestände als auch für Wale
und Delfine, begründet die GRD die Initiative.
Jedes Jahr verenden Tausende Wale und Delfine sinnlos und
qualvoll als Beifang in riesigen, unselektiven Netzen, wie
beispielsweise Gespannschleppnetzen. Jüngstes Beispiel
für den hohen Blutzoll ist die Strandung von über
300 toten Delfinen an der französischen Atlantikküste,
die nachweislich in Fischernetzen ums Leben kamen.
Anlässlich der diesjährigen Überarbeitung
der Gemeinsamen Fischereipolitik verlangt die GRD von den
EU-Kommissaren Franz Fischler (Landwirtschaft, Fischerei)
und Margot Wallström (Umwelt), schnellst möglich
Schritte zur Reduzierung des Beifangs einzuleiten. Darunter
fällt der Einsatz unabhängiger Beobachter an Bord
der Fischerboote, der obligatorische Einsatz von nachweislich
den Beifang reduzierendem Fanggerät, wie beispielsweise
Pingern oder akustisch reflektierenden Netzen, sowie die ganzjährige
oder zeitweise Schließung bestimmter Fanggebiete und
ein Verbot von Gespanntrawlern.
Noch immer spielen wirtschaftliche und politische Überlegungen
in der Fischereipolitik eine größere Rolle als
Umwelt- und Naturschutz. Umgekehrt können europäische
Verbraucher aber auch deutlich machen, dass es wirtschaftliche
und politische Folgen haben wird, wenn Politiker und Fischverarbeitungsindustrie
nichts für den Schutz von Meeressäugern unternehmen.
Verbraucherdruck kann Wandel bewirken! Bestes Beispiel
ist das von uns seit 1993 in Deutschland durchgeführte
Tunfisch-Kontrollprogramm, unter dem sich Fischer und Händler
verpflichten, keinen mit Treibnetzen oder durch Umkreisen
von Delfinen gefangenen Tunfisch anzubieten. Mittlerweile
gelten über 95 Prozent der in Deutschland angebotenen
und auf unserer Verbraucher-Liste verzeichneten Tunfischprodukte
als delfinsicher, erklärt die GRD.
Weiterer Druck auf die Zuständigen in der EU soll durch
eine internationale Unterschriftenaktion ausgeübt werden.
Als Download unter: http://www.delphinschutz.org/petition-eukommmision.htm
Rollo Gebhard, dreimaliger Weltumsegler,
wird für sein Lebenswerk auf C-B-R München geehrt
Kein Weg ist ihm zu weit, kein Ziel zu fern. Als erster
Deutscher segelte er alleine zwei Mal um die Welt. Eine dritte
Weltumseglung beendete Rollo Gebhard gemeinsam mit seiner
Frau mit einer einmaligen sportlichen und seglerischen Leistung:
sechs Monate Non - Stop über drei Ozeane von Australien
nach Europa, 20 000 Meilen Seefahrt ohne einen Hafen anzulaufen
oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seitdem führte ihn
der Virus Fernweh unter anderem in die unbekannten Gewässer
vor die Halbinsel Krim und auf eine Aufsehen erregende Durchquerung
Russlands über St. Petersburg und Moskau bis ins Schwarze
Meer, von der er im vergangenen Jahr nach über 3 monatiger
Fahrt zurück kehrte.
Am 23. Februar 2002 wird der Träger des Bundesverdienstkreuzes
und Gründer der Münchner Gesellschaft zur Rettung
der Delphine (GRD) für sein Lebenswerk vom Verband Deutscher
Sporttaucher (VDST) auf dem CBR - Tauchermeeting mit der VDST-Ehrenplakette
geehrt:
Neue Messe München, Konferenzraum KA 6.1, Halle A6,
1. Stock (in der Nähe des Stands des Bayerischen Landestauchsportverbandes
/ BLTV) Uhrzeit: ca. 14:00 Für Interviews und Fotos steht
Rollo Gebhard am 23.02.2002 ab ca. 13:00 am Stand des BLTV
(Neue Messe München, Halle A6, Stand 544) zur Verfügung.
Kriminelle Fischer massakrieren Delfine
EU-Fischereipolitik versagt (1.02)
Bereits zum dritten Mal innerhalb von knapp fünf Jahren
ist an der französischen Atlantikküste bei La Rochelle
eine Massenstrandung toter Delfine aufgetreten. Wie
bei den vorangegangenen Fällen in den Jahren 1997 und
2000 wurden die Delfine grausam getötet. Um ihre Netze
zu schonen, schneiden die Fischer den Tieren die dorsale Finne
und die Schwanzfluke ab, oft bei lebendigem Leib, erklärt
ein Sprecher der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD)
aus München.
Bei der bislang größten Massenstrandung in Europa
wurden 1997 über 500 Delfine bei La Rochelle angeschwemmt,
im Jahr 2000 trieb der Wind über 200 Delfinleichen an
die Küste. Bei ihrer Recherche 1997 vor Ort stießen
die Münchner Delfinschützer auf entsetzlich zugerichtete
Kadaver - traurige Überreste eines Horrorszenarios, das
sich auf hoher See abspielte. Die Untersuchung zeigte, dass
sich die Meeressäuger in Treib- und Schleppnetzen verfangen
hatten.
Der jetzige Vorfall belegt das totale Versagen der
EU-Fischereipolitik, meint die GRD. Zwar haben sich
die Mitgliedstaaten der EU dazu verpflichtet, Beifang und
direkte Tötung von Walen und Delfinen fortlaufend zu
überwachen und Maßnahmen zu ergreifen, um nicht
gezielt befischte Arten zu schonen und erhalten. Leider
hat sich in der Praxis wenig geändert, wie wissenschaftliche
Untersuchungen zeigen. So sterben beispielsweise in der Nordsee
jährlich etwa 6800 Schweinswale in der dänischen
und 1000 in der britischen Kiemennetz-Fischerei, so
die GRD.
Im Rahmen der von der EU geplanten Überarbeitung der
Gemeinsamen Fischereipolitik soll der Schutz von nicht gezielt
befischten Arten als auch von Lebensräumen in die Fischereipolitik
integriert werden. Die von der GRD hierzu geforderten Maßnahmen
beinhalten unter anderem den Einsatz von unabhängigen
Beobachtern an Bord der Fischerboote zur Überwachung
der Beifangmengen, den obligatorischen Einsatz von nachweislich
den Beifang reduzierendem Fanggerät, wie beispielsweise
Pinger oder akustisch reflektierende Netze, ganzjährige
oder zeitweise Schließung bestimmter Fanggebiete und
ein Verbot von Gespanntrawlern.
Auch die Wirksamkeit des mit Beginn dieses Jahres
in Kraft getretenen Verbots der Treibnetzfischerei in der
EU erweist sich als sehr fragwürdig, so die GRD.
Verbote nutzen nichts, wenn sie nicht entsprechend umgesetzt
und kontrolliert werden. Wir fordern von der EU eine umfassende
Aufklärung dieses Vorfalls, Bestrafung der Verantwortlichen
sowie die sofortige Etablierung umfassender Fischereikontrollen.
Heiße
Weihnachten für norwegische Walfänger 12.01
Nachdem Anfang Dezember 01 das norwegische Walfangschiff
Nehella in Flammen aufgegangen und gesunken war,
musste die norwegische Walfang-Industrie einen weiteren schweren
Schlag verkraften. Aus noch ungeklärter Ursache brannte
am 13. Dezember 01 eine Walfleischfabrik auf den Lofoten-Inseln
ab. Das Feuer zerstörte die erst kürzlich ausgebaute
Fabrik und verursachte einen Schaden von über 6,5 Millionen
Mark.
Derzeit haben die norwegischen Polizeibehörden noch
keine Hinweise auf die Ursache der beiden Brände, die
einen Sachschaden von umgerechnet über 7,2 Millionen
Mark verursachten. Die US-Umweltschutzorganisation Sea
Shepherd Conservation Society, die in den vergangenen
Jahren 2 norwegische Walfangschiffe versenkte, dabei allerdings
keine Explosivstoffe einsetzte oder Brände legte, erklärte,
sie trüge keine Verantwortung für die jüngsten
Ereignisse.
Die norwegische Regierung erlaubt ihren Walfängern
jedes Jahr eine festgelegte Zahl von Zwergwalen zu töten
und verstösst damit gegen internationale Walschutzbestimmungen.
Bei dem illegalen Walfang starben in diesem Jahr 549 Zwergwale.
Die etwas andere Weihnachtsüberraschung:
Verschenken Sie eine Delfin-Patenschaft! (12.01)
Delfinschützer und www.tauchversicherung.com starten
gemeinsame Weihnachtsaktion zur Rettung bedrohter Delfine
Einem lieben Menschen eine besondere Freude machen und dabei
gleichzeitig Delfinen helfen, unter diesem Motto bieten
die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und tauchversicherung.com
in diesem Jahr ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk
an: Für 50 Euro jährlich kann man mit einer Delfin
- Patenschaft nicht nur mit einer wirklich originellen Überraschung
aufwarten, sondern sich damit auch für das Überleben
einer 15 köpfigen Delfingruppe einsetzen, die im Paracas
- Naturreservat in Peru lebt. Das engagierte und wichtige
Delfinschutzprojekt der GRD hat uns sofort überzeugt,
hier mitzumachen, sagt Sascha Kopotsch, Initiator von
tauchversicherungen.com, dem größten unabhängigen
Anbieter von Versicherungslösungen für Taucher in
Deutschland. Im Internet können sich Interessierte näher
über das Projekt informieren, online direkt den Wunsch-Delfin
aussuchen und eine Patenschaft beantragen unter:
www.tauchversicherung.com oder: www.delphinschutz.org
Die individuell identifizierten Delfine sind nach den Besonderheiten
ihrer Rückenfinnen benannt und so kann man Pate werden
von Shorty, Hook, Little Tree,
Sun, Scratchy und weiteren Gruppenmitgliedern.
Delfin-Paten erhalten eine Urkunde, ein Foto "ihres"
Delfins sowie Informationen rund um dessen Leben.
Die Großen Tümmler im Paracas - Naturreservat
sind durch Dynamitfischerei, Stellnetzfischerei sowie Verschmutzung
und Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht, erklärt
Denise Wenger, Biologin und Projektleiterin der GRD. Mit den
Patenschaftsgeldern wird die wichtigste Delfinschutzorganisation
in Peru, ACOREMA, unterstützt. Mitarbeiter beobachten
regelmäßig die Delfine, die sich meist in einem
eng umgrenzten Gebiet entlang der Küste des Naturreservats
aufhalten. Schutzprojekte für diese Gruppe sind Teil
einer umfassende Delfinschutzarbeit gegen direkte Delfintötungen
und unselektive Fischereimethoden in den südamerikanischen
Gewässern.
Wer will kann Flagge für den Delfinschutz zeigen und
sich unter www.tauchversicherung.com oder www.delphinschutz.org
zudem einen Banner downloaden, der auf die Patenschaften hinweist.
EU-Treibnetzverbot ab Januar 2002 (11.01)
Wie delfin-freundlich ist der Dosen-Tunfisch
jetzt?
Mit Beginn des nächsten Jahres wird der Einsatz von
Treibnetzen in der EU nicht mehr erlaubt sein. Die Gesellschaft
zur Rettung der Delphine (GRD) freut sich über diesen
kleinen, aber wichtigen Schritt im Delfinschutz, warnt jedoch
vor falschen Rückschlüssen: Dies bedeutet
nicht, dass man jetzt jede Tunfischdose unbedenklich kaufen
kann. Denn ob beim Tunfischfang keine Delfine ums Leben kamen
ist weder durch das Treibnetzverbot noch durch die Aufschrift
delfinsicher garantiert.
So bleibt zum einen die Wirksamkeit des von der EU mit ihrer
Verordnung vom 08.06.1998 beschlossenen Verbots der Todesverhänge
abzuwarten, denn dieses nutzt nichts, wenn es nicht auch entsprechend
umgesetzt und kontrolliert wird. Und da hapert es in der EU
bisher gewaltig. Die Akzeptanz des Verordnung seitens der
Treibnetz-Nationen Frankreich, Irland und Großbritannien
ist zudem fraglich. Die irische Regierung denkt bereits laut
über eine Anfechtung nach.
Zum anderen ist die Dosen-Aufschrift delfinfreundlich
gefangen in Deutschland nicht gesetzlich geschützt
und stellt so mehr eine Werbebotschaft denn eine inhaltlich
überprüfte Aussage dar. Hinzu kommt, dass die in
Deutschland erhältliche Tunfischware aus allen Teilen
der Welt, und nicht nur aus Europa, stammt.
Nur bei Händlern und Importeuren, die auf der Positivliste
der GRD stehen, können die Verbraucher sicher sein, dass
der Tunfisch nicht mit Treibnetzen oder anderen Fangmethoden
gefangen wurde, bei denen Delfine getötet werden. Die
Liste wird von der GRD im Rahmen des seit 1993 in Zusammenarbeit
mit dem amerikanischen Earth Island Institute (EII) durchgeführten
weltweiten International Monitoring Program (IMP)
veröffentlicht. Unter dem IMP verpflichten sich Fischer
und Händler, keinen mit Treibnetzen oder durch Umkreisen
von Delfinen, mit sogenannten Ringwaden gefangenen Tunfisch
anzubieten. Mitarbeiter des IMP kontrollieren die Fischer
auf den Fangbooten sowie die Verarbeitung und den Weiterverkauf
der Ware. Der Weg des Tunfisches lässt sich so vom Fang
bis ins Supermarktregal verfolgen.
Leider finden sich auf dem deutschen Markt noch immer
ein paar schwarze Schafe, die sich ihrer Verantwortung
zum Erhalt der Meeressäuger und ihrer Lebensräume
entziehen. Delfin-tödlicher Tunfisch wird selbst in Bioläd
en angeboten, warnt Ulrike Kirsch, Leiterin des Tunfisch
Kontrollprogramms.
Trotz Treibnetzverbot bleibt das Tunfischkontrollprogramm
also weiterhin von entscheidender Bedeutung für den Schutz
von Walen und Delfinen beim Tunfischfang. Nur bei Marken,
die auf unserer Liste stehen, kann der Verbraucher sicher
sein, dass an diesem Tunfisch kein Blut von Delfinen klebt,
so Ulrike Kirsch.
Trauern Delfine um ihre Toten? (10.01)
Delfinweibchen trägt tagelang ihr totes Neugeborenes
mit sich
München/Berlin 9.10.2001.- Vor der Kanarischen Insel
La Gomera konnte ein bisher kaum dokumentiertes Verhalten
von Delfinen genau beobachtet werden. Ein Weibchen einer Gruppe
von Rauhzahndelfinen (Steno bredanensis) trug tagelang ihr
totes Neugeborenes mit sich. Die Delfinmutter hielt es im
Maul oder stupste es immer wieder mit ihrem Körper an
die Wasseroberfläche. Sie wurde dabei von anderen Gruppenmitgliedern
begleitet und unterstützt.
"Solches Beistandsverhalten wurde bei Walen und Delfinen
erst selten beschrieben. Völlig unklar war bisher, wie
lange dieses Verhalten anhält und wann die Mütter
schließlich von ihrem Nachwuchs ablassen. Unsere Beobachtungen
belegen zum ersten Mal, dass über Tage hinweg Beistand
geleistet wird", so der Verhaltensbiologe Fabian Ritter
vom Verein M.E.E.R. aus Berlin. Das Muttertier blieb ständig
in der Nähe des Neugeborenen, das entweder schon tot
zur Welt kam oder kurz nach der Geburt starb. Die Gruppe von
etwa 15 Delfinen, zu denen das Weibchen gehörte, wurde
innerhalb von fünf Tagen sechs mal gesehen, und immer
war die Situation die gleiche.
Die anderen Tiere der Delfingruppe stellten sich offenbar
auf das Schicksal von Mutter und Jungtier ein. Das Weibchen
wurde dauerhaft von zwei weiteren Delfinen eskortiert und
auch andere Mitglieder der Gruppe wurden immer wieder in der
unmittelbaren Nähe des Weibchens gesehen. Zudem schwamm
die ganze Gruppe mit sehr langsamer Geschwindigkeit und hielt
sich in diesen Tagen anscheinend ständig in einem bestimmten
Gebiet von nur wenigen Quadratkilometern Größe
auf. "Dies sind Hinweise darauf, dass das Muttertier
Unterstützung von der ganzen Gruppe erhielt. Am fünften
Tag unserer Beobachtungen war es auch ein Delfin aus der 'Eskorte',
welcher das tote Jungtier an der Oberfläche hielt und
sogar vor den Angriffen von Möwen schützte, die
sich für den Kadaver interessierten.", berichtet
der Biologe.
"Wir wissen nicht, warum dieses Verhalten so lange
andauert und welches Zweck es hat. Ob es sich etwa um einen
Rettungsversuch handelt oder tatsächlich um Trauer. Die
Tatsache, dass ein totes Jungtier das Verhalten einer ganzen
Delfingruppe über Tage hinweg beeinflusst, deutet auf
starke soziale Bindungen bei den wissenschaftlich nur wenig
erforschten Rauhzahndelfinen hin" so Ritter abschließend.
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